Ein Kleid für einen Tag? Warum Standesamtmode mehr können darf.
- nicoleschütte
- 10. Aug.
- 3 Min. Lesezeit
Der Hochzeitstag ist ein besonderer Tag. Ein Tag, an den wir uns erinnern, Fotos anschauen und uns vielleicht noch Jahre später genau daran zurückdenken, wie wir uns gefühlt haben.
Und natürlich darf auch das Outfit etwas Besonderes sein.
Aber muss ein Kleid, das für diesen einen Tag ausgewählt wird, deshalb auch nur für diesen einen Tag gedacht sein?
Ich glaube nicht.
Für mich beginnt nachhaltige Standesamtmode genau an diesem Punkt: bei der Frage, was ein Kleidungsstück eigentlich können darf. Es darf festlich sein, besonders und feminin – und gleichzeitig so gestaltet, dass es uns auch nach dem Ja-Wort begleitet.
Mehr als nur ein Hochzeitsoutfit
Viele Kleidungsstücke werden für einen ganz bestimmten Anlass gekauft. Für eine Hochzeit, eine Feier oder einen besonderen Abend. Danach hängen sie im Schrank – wunderschön, aber selten getragen.
Gerade bei einem Standesamt-Outfit finde ich diesen Gedanken schade.
Denn warum sollte ein Kleid, ein Rock oder eine Bluse, in der wir uns an einem so wichtigen Tag wunderschön gefühlt haben, danach keine Rolle mehr in unserem Leben spielen?
Ich möchte Mode schaffen, die nicht nach dem Hochzeitstag aufhört.
Mode, die Erinnerungen trägt und gleichzeitig offen für neue ist.
Vom Standesamt in den Alltag
Ein Outfit für das Standesamt darf festlich sein. Aber es darf sich auch verändern.
Ein eleganter Rock kann später mit einem schlichten T-Shirt und Sneakern getragen werden. Eine besondere Bluse funktioniert genauso gut zu einer Jeans wie zu einem festlichen Rock. Und ein Kleid kann durch unterschiedliche Schuhe, Strick oder einen Blazer plötzlich ganz anders wirken.
Genau diese Vielseitigkeit ist für mich ein wichtiger Bestandteil nachhaltiger Mode.
Denn das nachhaltigste Kleidungsstück ist für mich nicht nur eines, das aus einem bewusster ausgewählten Material gefertigt wurde. Es ist vor allem eines, das wir wirklich gerne und immer wieder tragen.
Nachhaltigkeit darf schön sein
Nachhaltige Mode wird manchmal noch immer mit Verzicht verbunden.
Weniger Auswahl. Weniger Besonderheit. Weniger Luxus.
Ich sehe das anders.
Nachhaltigkeit bedeutet für mich nicht, auf das Besondere zu verzichten. Im Gegenteil: Es bedeutet, bewusster auszuwählen.
Ein Kleidungsstück darf wunderschön sein. Es darf sich besonders anfühlen. Es darf für einen wichtigen Moment im Leben ausgewählt werden.
Und gleichzeitig darf es so zeitlos und wandelbar sein, dass wir uns auch Jahre später noch gerne dafür entscheiden.
Deshalb spielen für mich hochwertige, nachhaltige Stoffe, eine sorgfältige Verarbeitung und eine zeitlose Gestaltung eine so wichtige Rolle.
Bewusst produziert in Deutschland
Auch die Frage, wo und wie ein Kleidungsstück entsteht, gehört für mich zu dieser Philosophie.
Meine Kollektionen werden in Deutschland produziert. Das ist eine bewusste Entscheidung und Teil dessen, wofür meine Marke steht.
Ich möchte wissen, wo meine Kleidung gefertigt wird und unter welchen Bedingungen sie entsteht. Kurze Wege, hochwertige Verarbeitung und ein bewusster Umgang mit Materialien sind für mich keine Nebensache, sondern ein wichtiger Teil des gesamten Konzepts.
Denn wenn wir ein Kleidungsstück mit Bedacht auswählen, sollte sich dieser Gedanke auch in seiner Entstehung widerspiegeln.
Kleidung, die Erinnerungen mitnimmt
Vielleicht ist genau das der schönste Gedanke daran:
Ein Kleidungsstück muss nicht nur eine Erinnerung an einen einzigen Tag sein.
Es kann uns auch danach begleiten.
Beim ersten Abendessen als Ehepaar. Auf einer Reise. Zu einem Geburtstag. Bei einem Sommerabend mit Freunden. Oder an einem ganz gewöhnlichen Tag, an dem wir einfach Lust haben, etwas Besonderes zu tragen.
Und vielleicht fühlt es sich dann jedes Mal ein kleines bisschen besonders an, weil wir uns daran erinnern, wo alles angefangen hat.
Am Standesamt. Mit einem „Ja“.
Ein Kleid für einen Tag? Lieber nicht.
Ich wünsche mir, dass wir besondere Kleidung wieder langfristiger denken.
Nicht: Was ziehe ich an meinem Hochzeitstag an?
Sondern vielleicht: Welches Kleidungsstück möchte ich an diesem besonderen Tag tragen – und auch danach noch gerne in meinem Leben haben?
Denn ein Kleid darf mehr sein als ein Hochzeitskleid.
Es darf ein Lieblingsstück werden.
Ein Begleiter.
Eine Erinnerung, die man tragen kann.
Und genau deshalb glaube ich: Standesamtmode darf mehr können als nur schön für einen Tag zu sein.


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